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  • Maissilage - Silomais in der Rinderfütterung
    Silomais in der Rinderfütterung

Maissilage – Grundlage für eine erfolgreiche Rinderfütterung

Die landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland und Europa befinden sich seit Jahren in einem starken Strukturwandel mit zunehmender Spezialisierung und hohen ökonomischen und produktionstechnischen Anforderungen.

Seit den Neunzigerjahren hat sich die Anzahl an Milchviehbetrieben und Milchkuhbeständen stark verringert. Im Vergleich dazu ist die erzeugte Milchmenge im Land angestiegen. Diese Entwicklung spiegelt ein deutlich intensiveres Produktionssystem wider, in dem der hohe Anspruch an qualitativ hochwertiges und ökonomisch produziertes Grobfutter stetig wächst.

Fakten

Milchproduktion in Deutschland

32,1 Mio. t
Jahr 2022
29,6 Mio. t
Jahr 2010

Milchkuhbestand in Deutschland

3,8 Mio.
Jahr 2022
4,2 Mio.
Jahr 2010

Sowohl in der Milchviehhaltung als auch in der spezialisierten Bullenmast bilden die Grundfutterkosten einen eminenten Anteil an den gesamten Produktionskosten. Im Milchviehbetrieb liegt der Anteil an den Vollkosten unabhängig von der Region bei ca. 32 %. Die Konzentration der Viehhaltung in bestimmten Kernregionen sowie steigende Kosten für Arbeitserledigung und Fläche erfordern daher eine hohe Effizienz in der Futterproduktion. Ökonomische Auswertungen zeigen, dass Silomais im Vergleich zu anderen Grobfuttermitteln eines der kostengünstigsten Produktionssysteme darstellt. Maissilage ist daher auf vielen viehhaltenden Betrieben das wichtigste Grobfutter.

Der Maissilageanteil an der Gesamtration beträgt vor allem auf Ackerbaustandorten 35 % und mehr. Auch die spezialisierte Bullenmast wird überwiegend auf Maissilagebasis mit Anteilen von mehr als 50 % Maissilage in der Ration betrieben.

Vorzüge der Maissilage:

  • Grobfutter mit hoher Energiedichte
  • kostengünstigstes Grobfutter von der Hauptfutterfläche
  • problemloser Anbau
  • gute Mechanisierung von der Ernte bis zum Trog
  • geringer Arbeitskraft-Bedarf
  • sehr gute Vergärbarkeit
  • hohe Trockenmasseaufnahme mit ausreichender Struktur
  • günstiger Energieausgleich zu eiweißreichen Grasprodukten
  • hohe Stärkegehalte bei guter Kornausreife
  • hohe Hektarerträge
  • Ertragssicherheit

Die passende Sorte für Ihre Maissilage


Auf welche Eigenschaften der Maissorte kommt es in unterschiedlichen betrieblichen Situationen an?​

Bei der Auswahl der passenden Maissorte für Ihre Kühe stehen nach der Reifezahl und den agronomischen Eigenschaften für Ihren Standort die Anforderungen Ihrer Tiere im Vordergrund. Im Wesentlichen sind dabei die qualitativen Eigenschaften der Maissorte, wie z. B. der Stärkegehalt und die Verdaulichkeit der Gesamtpflanze von Bedeutung. Daneben hat auch der Energieertrag pro ha einen großen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der Grundfuttererzeugung.​

Auswahl der Maissorte je nach Standort und Rationsgestaltung​

Die Sortenwahl sollte je nach Standort und Rationsgestaltung des Betriebes etwas unterschiedliche Schwerpunkte haben. Der Anteil an Maissilage in der Ration bildet dabei ein wichtiges Kriterium​. Das zweite Kriterium​ ist die Flächenverfügbarkeit im Betrieb.

Anteil Maissilage in der Ration:

Maisanteil am Grundfutter < 60%​

Bei Maissilageanteilen von < 60% am Grundfutter in der Ration sollte die Maissilage vor allem eine hohe Energiedichte aufweisen, um die Ration energetisch aufzuwerten. Die Energiedichte kann hierbei idealerweise durch einen hohen Stärkegehalt der Maissorte erzielt werden, da die Ration mit einem hohen Anteil Grassilage und wenig Maissilage insgesamt wenig Stärke enthält.

Maisanteil am Grundfutter > 60%

Wenn der Maissilageanteil > 60% am Grundfutter beträgt, ist eine hohe Energiedichte ebenfalls wichtig. Diese sollte jedoch mit moderaten Stärkegehalten erreicht werden, um der Gefahr einer Pansenübersäuerung durch einen hohen Anteil schnell verdaulicher Stärke entgegenzuwirken.

Hinweis

​Eine hohe Verdaulichkeit bei moderaten Stärkegehalten erreichen Sie mit einer Stay green Sorte und ganz wichtig: dem optimalen Erntezeitpunkt der Maissilage!

Flächenverfügbarkeit für den Maisanbau:

Ausreichendes Flächenangebot

Bei ausreichendem Flächenangebot stehen bei der Sortenwahl die qualitativen Eigenschaften der Maissorte an erster Stelle. Zugunsten der Energiedichte in MJ NEL/kg TM können Sie etwas geringere Energieerträge pro ha in Kauf nehmen.

Knappe Maisanbaufläche

Wenn die Maisanbaufläche knapp ist und nicht ausgeweitet werden kann, sollte bei der Maissorte vor allem auf einen hohen Energieertrag pro ha geachtet werden. Eine geringere Energiedichte je kg TM kann in diesem Fall wirtschaftlich besser über einen Zukauf von Konzentratfuttermitteln ausgeglichen werden.

Hinweis

Erst an zweiter Stelle sollten Sie bei Flächenknappheit, abhängig von der Rationsgestaltung auf Qualitätsparameter, wie Stärkegehalt und Verdaulichkeit der Maissilage achten.

Der optimale Erntezeitpunkt


Der Erntezeitpunkt ist die wichtigste Voraussetzung für hohe Maissilagequalitäten im Silo

Der optimale Erntezeitpunkt richtet sich vornehmlich nach dem Trockenmassegehalt der Gesamtpflanze. Dieser sollte, je nach Sortentyp zwischen mindestens 30% TS bis ca. 38% TS liegen, da der Mais in diesem Bereich optimale Siliereigenschaften besitzt und ein gutes Verhältnis zwischen Kornausreife des Kolbens und Verdaulichkeit der Restpflanze besteht.

Der TS-Gehalt der Maispflanze wird maßgeblich über die Abreife des Kolbens beeinflusst, da dieser je nach Sortentyp einen Anteil von 40 bis zu 60 % der Maispflanze bildet. Zum Zeitpunkt der Siloreife sollte der Kolben in der Teigreife sein und einen TM-Gehalt von 50 bis 60 % haben (siehe Tabelle).

Die Restpflanze erreicht unter normalen Bedingungen maximal einen TS-Gehalt von 27 %. Abhängig von Restpflanzenabreife und Kolbenanteil, sowie Kolbenabreife haben Maissorten unterschiedliche optimale Erntezeitpunkte (siehe Tabelle 1). Mittels NIRS-Technik oder mit Hilfe eines Trockenschrankes kann der TS-Gehalt schnell ermittelt werden. Gehäckselte Proben können alternativ auch in einer Mikrowelle getrocknet werden. ​

Erfahren Sie mehr in unserem Silage-Manager

Vorbereitung der Siloanlagen​


Eine gute Silagequalität setzt voraus, dass sowohl Boden als auch Wände einer Siloanlage in einem guten Zustand sind, denn alter und poröser Beton ist luftdurchlässig und kann zu Fehlgärungen, Nacherwärmungen und damit zu hohen Verlusten führen. Die Säuren in der Maissilage sind stark korrosiv und greifen den Beton über die Jahre an. ​

Erfahren Sie hier, wie Sie bei der Vorbereitung des Maissilos vorgehen sollten

Neu gestaltete Fahrsiloanlage aus Fertigbetonteilen mit asphaltierter Bodenplatte

Neu gestaltete Fahrsiloanlage aus Fertigbetonteilen mit asphaltierter Bodenplatte

Planung der Maissilageernte​


Planen Sie die Erntelogistik

Ein sehr wichtiger Punkt bei der Ernteplanung ist die vorherige Abstimmung mit dem Lohnunternehmer, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Dabei sollten mehrere, wichtige Punkte berücksichtigt werden.

1. Die Größe der Siloanlage und die Schlagkraft des Häckslers​

  • Je nach Größe und Befülltechnik sollte der Lohnunternehmer die Schlagkraft des Häckslers und die Anzahl der Walzschlepper kalkulieren.​
  • Werden bei der Ernte nur 1 Silo oder 2 Silos parallel befüllt? Wie groß sind die Silokammern? ​
  • Bei großen Häckslern und kleinen Silos ist die zeitgleiche Befüllung von 2 Silokammern zu empfehlen, um die Schichtdicken gering (max. 30 cm) zu halten und damit eine gute Verdichtung zu erzielen. Hierbei ist die Investition in einen 2. Walzschlepper gut angelegtes Geld!​

2. Mittlere Entfernung Feld – Siloanlage​
Je weiter die Entfernung zum Feld, desto mehr Transportfahrzeuge werden benötigt​

​3. Anzahl und Gewicht der Walzschlepper​
Abhängig von Anzahl und Größe der zu befüllenden Silos richtet sich die Anzahl der einzusetzenden Walzschlepper. Pro Walzschlepper sollten für das Erreichen einer guten Verdichtung (bei Mais ca. 250 kg TM/m³) max. 20 bis 25 t TM Siliergut pro h angeliefert werden. Umgerechnet sind das ca. 60 bis max. 70 t Frischmasse pro Stunde.​

Beispiel:
Der Häcksler hat eine Leistung von 2 ha/h bei einem Ertrag von 65 dt FM/ha. Es werden 130 dt FM pro h am Fahrsilo angeliefert. Bei einem TS-Gehalt von 33% wären das umgerechnet ca. 43 t TM/h. Hier werden folglich schon 2 Walzfahrzeuge für das Erreichen einer guten Verdichtung benötigt. Das Gewicht der Walzschlepper ist heutzutage eigentlich kein Thema mehr, da die Schlepper sehr groß und schwer sind. Als Faustzahl für das Walzgewicht gilt: die Bergeleistung des Häckslers/h geteilt durch den Faktor 3 bis 4. Bei einer Bergeleistung von 60 t /h sollte der eingesetzte Walzschlepper folglich 15 t schwer sein. Eine höhere Schlagkraft erfordert dann den Einsatz von zusätzlichen Walzschleppern.​​

Wichtig: die größten und schwersten Walzschlepper nützen nichts, wenn die eingebrachten Schichtdicken von max. 30 cm überschritten werden.​


Fazit: Mit einer guten Vorbereitung und Planung der Ernte ist der wichtigste Grundstein für die Erzeugung und den Erhalt einer Qualitätssilage bereits gelegt.​

Details zum Thema Erntelogistik und fachgerechtes Befüllen einer Siloanlage

Einstellung der Häckseltechnik​


Die Basis für Lagerstabilität und Verdaulichkeit der Maissilage ist die Einstellung der Häckseltechnik

Die Häckselqualität hat einen entscheidenden Einfluss auf die Verdichtbarkeit des Maises im Silo und somit auch auf die Lagerstabilität. Je weiter die Maispflanze, vor allem die Restpflanze abgereift ist, desto kürzer sollte die Häcksellänge gewählt werden, um eine gute Verdichtung in der Maissilage zu erreichen.

Empfehlung:​

  • Bei TS-Gehalten von < 30 % bis 34% => 8 bis 10 mm​
  • Bei TS-Gehalten > 34% => 6 bis 8 mm​

Eine hohe Verdaulichkeit der Maissilage wird vor allem durch eine gute Körnerzerkleinerung des Crackers erreicht. Die Körner sollen alle komplett zerteilt / zerquetscht sein. Angeschlagene oder nur angeritzte Körner können von Rindern nicht vollständig verdaut werden und landen unverdaut im Kot. Diese unverdaute Stärke geht dem Tier verloren und muss anderweitig ergänzt werden.​

Erfahren Sie mehr in unserem Silage-Manager - zum Beispiel:

  • Maiskörner im Kot: Wieviel Stärke geht der Milchkuh dadurch täglich verloren?
  • Eine Besonderheit bezüglich der Häcksellänge und der Körneraufbereitung bildet das System Shredlage. Die Aufbereitung mit speziellen Walzen bei diesem System erlaubt längere Häcksellängen.

Zum Silage-Manager: Silage-Tipps zur Ernte

Siloabdeckung


Silo abdecken – je schneller desto besser!​

Am Ende jeder Maissilageernte steht das Abdecken der Silomieten. Meist eine nicht so beliebte Arbeit nach einem langen Erntetag – aber extrem wichtig, um die Qualität zu sichern! Denn: jede Minute, die die Miete länger offen liegt, bedeutet Lufteintritt und Verzögerung der gewünschten Silierung.​

In der Praxis haben sich folgende Varianten für eine gute Siloabdeckung bewährt:​

  • Unterziehfolie + dünnere Silofolie​
  • Unterziehfolie + Multifolie​
  • Beschwerung mit Sandsäcken, Förderbändern, ​speziellen Spannsystemen oder auch Reifen

Auch das Einlegen von Boden- oder Randfolien hilft, die „Problemzonen“ einer Silagemiete abzusichern. Je nachdem ob Freigärhaufen oder Fahrsilo werden folgende Vorgehensweisen empfohlen ​(siehe Abbildung)

Weitere wichtige Infos zum Thema Siloabdeckung, Folien und Schutz finden Sie hier:

weiterlesen im Silage-Manager

Optimale Abdeckung von Siloanlagen

Optimale Abdeckung von Siloanlagen

Silierprozess und Einsatz von Siliermitteln​


Die Silierung ist das wichtigste Verfahren für die Konservierung und Lagerung von Grundfuttermitteln. Das Ziel jeder Silagebereitung ist es, den Nährwert und die Qualität des Futters im Silo zu erhalten. Der beste und verlustärmste Prozess ist hierbei die Milchsäuregärung. ​

Die Milchsäuregärung setzt ein, sobald das Silo luftdicht verschlossen ist. In einer Maissilagemiete, die länger geöffnet bleibt, können sich unter Einwirkung von Sauerstoff neben den gewünschten Milchsäurebakterien schnell unerwünschte Bakterien, Keime und vor allem auch Hefen entwickeln. Daher ist es wichtig, eine Miete zügig zu verschließen, damit der pH-Wert schnell auf 3,8 bis max. 4,5 absinken kann, denn in diesem Milieu können sich unerwünschte Keime nicht mehr vermehren.​

Umsetzungsprozesse während der Gärung

Umsetzungsprozesse während der Gärung

  • Der Einsatz von Siliermitteln in Maissilagen hat sich sehr gut bewährt, da vor allem hochwertige Maissilagen nach dem Öffnen verderbanfällig sind.​
  • Ein geeignetes Siliermittel stellt für die Maissilage eine zusätzliche, prophylaktische Maßnahme dar, um das Wachstum von unerwünschten Keimen und Hefen in der Miete zu hemmen.
  • Die aerobe Stabilität wird hierdurch nachweislich verbessert.​
  • Natürlich sollten neben dem Siliermitteleinsatz alle anderen Faktoren der Silagebereitung und Entnahme optimiert sein, denn nur dann kann ein Siliermittel gute Silagen verbessern!​

Lesen Sie hier, was Sie beim Einsatz von Siliermitteln beachten sollten und welche Siliermittel sich für Maissilagen besonders eignen:

Zum Silage-Manager

Silomanagement


Planung der Silagelagerung und Silodimensionierung

Abhängig von der Tieranzahl und der Rationsgestaltung ergibt sich der Raumbedarf von Silagen in den Mieten. In der Milchviehhaltung werden pro Kuh und Jahr ca. 20 bis 22m³ Siloraum kalkuliert. Für die Jungviehaufzucht werden zusätzlich 10 – 12m³ pro Jungtier veranschlagt. ​Je nach Futterflächenausstattung im Betrieb, angestrebten Trockenmassegehalten im Grundfutter, Sicherheitszuschlägen und geplanter Verdichtung sollte lieber etwas mehr Lagerkapazität (mind. 20%) vorgehalten werden.​

Die Anzahl an Silokammern richtet sich ebenfalls danach, ob neben Gras- und Maissilagen andere silierte Produkte zum Einsatz kommen sollen. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass das Silomanagement mit mehreren Silokammern einfacher wird, denn das Einsilieren ist flexibler und die Anschnittsflächen kleiner. Dadurch wird ein gezielter Einsatz der Futtermittel möglich und der Vorschub an den Mieten ist höher. ​Doppelbefüllungen von einzelnen Silokammern sind ebenfalls besser möglich. Ist beispielsweise ein Grassilageschnitt bis zur Maissilageernte bereits aufgefüttert, kann die Silokammer für Maissilage genutzt werden.

In zu groß dimensionierten Siloanlagen werden oftmals mehrere Grassilageschnitte oder auch Gras- und Maissilage übereinander siliert, so dass eine gezielte Fütterung schwierig bis unmöglich ist. ​In der Praxis sehen wir vor allem auch in den Sommermonaten große Probleme mit Nacherwärmungen und Schimmelbildung in Silomieten mit zu großen Anschnittsflächen, welche neben Leistungsminderung und Gesundheitsproblemen bei den Tieren auch zu hohen finanziellen Verlusten an der Miete führen.

WICHTIG: Vorschub vorab kalkulieren – größte Stellschraube zur Kostenreduzierung in vielen Betrieben​

Der wichtigste zu kalkulierende Faktor bei der Silagelagerung ist der Vorschub an der Miete.​ Für Mais- und Grassilagen werden mindestens 1,5 bis 2 m Vorschub pro Woche empfohlen. In den wärmeren Sommermonaten sollte mit mindestens 2,5 m Vorschub pro Woche kalkuliert werden.​ Als Faustzahl gilt auch: Maximal 1 m² Anschnittsfläche für 10 Kühe einkalkulieren.​ Abhängig von der Rationsgestaltung, d. h. der verfütterten Menge pro Woche muss das Silo so angelegt werden, dass der Mindestvorschub erreicht wird.​

Beispielsrechnung Vorschub für einen Betrieb mit 500 Kühen:​
Der Betrieb verfüttert 20 kg Frischmasse Maissilage pro Tier und Tag. Das heißt es werden 70 to Maissilage pro Woche benötigt. ​Bei einem angenommenen TS-Gehalt der Maissilage von 33% TS und einer Verdichtung von 250kg TM/m³ werden 92,1m³ pro Woche verfüttert. 92,1m³ / 2,5 m Vorschub im Sommer bedeutet eine maximale Anschnittsflächengröße von 36,8m² für diesen Betrieb.

Bei einer Silobreite von 10 m dürfte in diesem Betrieb das Silo maximal 3,68 m hoch sein, bei einer Breite von 20 m dagegen nur noch 1,84 m, um die Anschnittsflächengröße von max. 36,8m² einzuhalten.​ Bei vorhandenen Siloanlagen ist die Breite des Silos bereits vorgegeben; das heißt die Höhe sollte so kalkuliert werden, dass der Mindestvorschub erreicht wird. Bei einer Neuplanung von Siloanlagen sollte die Silobreite für die heutige Technik 8 bis 10 m nicht mehr unterschreiten, damit eine reibungslose Befüllung und das Walzen mit 2 Schleppern im Parallelbetrieb gewährleistet ist. ​Die Länge eines Silos sollte mindestens 40 m betragen, da das Einbringen von dünnen Schichten bis max. 30 cm sonst nicht gewährleistet werden kann. Je länger das Silo, umso einfacher wird die Befüllung mit dünnen Schichten bei der Überfahrt mit großen Wagen.

Lesen Sie mehr im Silage-Manager, wie Sie abhängig von Tierzahl und verfütterter Menge Ihre Siloanlagen anlegen sollten, was Sie bei der täglichen Entnahme Ihrer Maissilage beachten müssen und wie Sie bei Bedarf eine Maissilage umsilieren können.

Zum Silage-Manager

Silocontrolling


Das tägliche Silocontrolling ist ein sehr wichtiges Instrument, um Schwachstellen und Verlustursachen an der Silomiete schnell zu erkennen und bei Bedarf geeignete Maßnahmen zu ergreifen.​

Dazu zählt u.a. die Kontrolle der Abdeckung und der Folie auf Beschädigungen, sowie farbliche oder geruchliche Veränderungen der Gras- und Maissilagen.​ Wichtige Indikatoren für die Silagequalität sind außerdem die Temperatur im Silostock, der pH-Wert sowie die erreichte Verdichtung.​ Geringe Abweichungen der Temperaturen im Vergleich zum Inneren des Silostockes haben bereits hohe Verluste in den Silagen zur Folge! Ebenso kann eine nicht ausreichende Verdichtung der Silagen zu starken Nacherwärmungen im Silo führen.

Lesen Sie hier weiter, welche Silagetemperaturen alarmierend sind, welche Verdichtungen im Silostock anzustreben sind und wie hoch Verluste im Silo sein können:

Zum Silage-Manager: Geöffnete Silomiete

Grundlagen der Milchviehfütterung mit Mais


Silomais in der Rinderfütterung

Im Vergleich zu Grünfuttersilagen zeichnet sich Silomais in der Milchviehfütterung durch folgende Vorteile aus:

  • sehr gute Schmackhaftigkeit
  • homogene Qualität im Silostock
  • hohe Energiekonzentrationen (ca. 6,5 bis über 7,0 MJ NEL/kg TM)
  • biologisch hochwertige Maisstärke mit mittlerer Abbaugeschwindigkeit im Pansen
  • gleichzeitig gute Strukturwirksamkeit der Rohfaser
  • sehr gute Silierbarkeit
  • ökonomische Produktionsvorteile

Das wichtigste Ziel im landwirtschaftlichen Betrieb ist die Erzeugung von gutem und möglichst günstigem betriebseigenem Grundfutter. In einem durchschnittlichen deutschen Milchviehbetrieb entfallen oft mehr als 30 % der Gesamtproduktionskosten auf das Grundfutter. Sie bilden den größten Kostenblock und damit den größten Hebel für eine Optimierung im Betrieb. Besonders bei hohen Milchleistungen kommen die Vorteile von Silomais zum Tragen und ermöglichen durch höhere Energiedichte und gute Schmackhaftigkeit eine verbesserte Grobfutterleistung bei gleichzeitig sinkenden Produktionskosten. Die gezielte Sortenwahl ist abhängig von betrieblichen Gegebenheiten (Flächenausstattung, Flächenkosten, Rationszusammensetzung) - siehe oben auf dieser Seite (Die passende Sorte für Ihre Maissilage).

Körnermais in der Rinderfütterung

Der Einsatz von Körnermais, CCM sowie Körnermaissilage in der Rinderfütterung ist in der Praxis weitverbreitet und die Futtermittel haben sich als sehr gut verträgliche, energiereiche und schmackhafte Komponenten mit guter Lagerstabilität bewährt. Je nach Region und Abreifeverhalten des Maises wird entschieden, ob Körnermais, CCM bzw. Körnermaissilage geerntet wird.

Grundsätzlich sollten nur Maisbestände mit gesunden Kolben für die Produktion von Körnermais und silierten Maisprodukten für die Verfütterung genutzt werden. Bestände mit ausgeprägter Kolbenfäule/Kolbenfusarium sind für die Verfütterung nicht geeignet.

Vor allem die von Fusarien produzierten Toxine Deoxynivalenol (DON) und Zearalenon (ZEA) können bei Überschreitung von Orientierungswerten zu signifikanten Gesundheitsstörungen (Minderleistung, Fruchtbarkeitsstörungen, Aborte) bei den Tieren führen.

Bei ausgewachsenen Rindern sollte der Gehalt an DON 5,0 mg/kg Futter (88 % TS) und ZEA 0,5 mg/kg Futter (88 % TS) nicht überschreiten. Jungtiere sind deutlich empfindlicher. DON-Gehalte von 2,0 mg/kg Futter (88 % TS) bzw. ZEA-Gehalte von 0,25 mg/kg Futter (88 % TS) sind hier bereits als kritisch einzustufen.

Einsatz von Mais in der Bullenmast


Die intensive Bullenmast wird in Deutschland zum Großteil auf Basis von Maissilage durchgeführt. Das oberste Ziel sind die Gesunderhaltung der Tiere und eine ökonomische Produktion von hochwertigem Fleisch. Die Wirtschaftlichkeit der Bullenmast wird durch die Anzahl Masttage bis zum Erreichen des optimalen Schlachtgewichtes bestimmt.

Ziele in der Bullenmast:

  • hohes Mastendgewicht (abhängig von Rasse und Mastverfahren)
  • hohe Schlachtausbeute (mind. 56 %)
  • gute Fleischfülle (ausgeprägte Bemuskelung vor allem an Keule, Rücken und Schulter)
  • geringer Verfettungsgrad
  • feine Fetteinlagerung in den Muskeln (Marmorierung)

Das Erreichen eines hohen Mastendgewichtes setzt hohe tägliche Zunahmen und eine möglichst hohe Futteraufnahme bei hoher Energiedichte im Futter voraus. Mais eignet sich aufgrund seines hohen Energie- und Stärkegehaltes hervorragend als Futtergrundlage für die Bullenmast. Die Optimierung des Futterwertes von Maissilage ist im Mastbetrieb der Schlüssel zum Erfolg. Je qualitativ hochwertiger die erzeugte Maissilage im Betrieb ist, desto weniger Konzentratfuttermittel sind in der Mast nötig.

Maissilage ist ein rohproteinarmes Futtermittel und bedarf auch in der Bullenmast einer Ergänzung mit Proteinfuttermitteln. Je nach Angebot und Preiswürdigkeit eignen sich hierfür beispielsweise Raps- und Sojaextraktionsschrot, Biertreber, Getreideschlempen und in begrenztem Maße auch Futterharnstoff. Damit hohe Energiekonzentrationen in der Mischration erreicht werden, kommen zusätzlich zum Proteinergänzer auch energiereiche Kraftfuttermittel zum Einsatz. Hier sind vor allem Getreide, Körnermais und CCM zu nennen.

Bei Bullenmast auf Maissilagebasis sollte aufgrund der schnellen Stärkeverfügbarkeit der Maissilage anstelle von Getreide möglichst auf Körnermais oder silierte Körnermaisprodukte zurückgegriffen werden, da die Gefahr einer Pansenübersäuerung auch in der Rindermast sehr hoch ist. Der Einsatz von gehäckseltem Strukturfutter hat sich auch in der Bullenmast zur Sicherung der wiederkäuergerechten Fütterung bewährt.

Die Bullenmast reicht im Betrieb in der Regel vom kleinen Kalb mit einem Einstallgewicht von 90–120 kg bis hin zum schlachtreifen Bullen mit 550 bis > 600 kg Lebendgewicht. Sowohl die Menge an aufgenommenem Futter als auch die Ansprüche an Energie- und Protein- und Mineralstoffgehalt im Futter sind in den verschiedenen Gewichtsabschnitten sehr unterschiedlich. Eine Unterteilung in Gewichtsklassen mit einer alters- und leistungsangepassten Ration in den jeweiligen Mastabschnitten ist ökonomisch und produktionstechnisch daher unverzichtbar.

Die Verdauungsphysiologie beim Wiederkäuer


Das Verdauungssystem des Wiederkäuers ist im Vergleich zu monogastrischen Tieren sehr viel komplexer. Es ist daher wichtig die Zusammenhänge zu verstehen, um ein genaueres Verständnis für eine optimale Fütterung zu bekommen. Je intensiver sich der Landwirt mit diesen Zusammenhängen auseinandersetzt, desto gezielter kann er auf die Bedürfnisse seiner Tiere eingehen.

Eine optimale und leistungsangepasste Fütterung sowie eine Optimierung der Produktionskosten ist in der heutigen Zeit der Schlüssel zu hohen Milchleistungen und Wirtschaftlichkeit in der Milch- und Fleischproduktion.

Erfahren Sie mehr in unserem Fütterungs-Ratgeber

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Video: Erzeugung von Qualitätssilagen

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