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    Körnermais

Anbau von Körnermais in Deutschland

Mit einem Anbauumfang von ca. 450.000 Hektar nimmt der Anbau von Körnermais in Deutschland einen deutlich geringeren Umfang ein als der Anbau von Silomais mit über 2 Mio. Hektar. Dabei gibt es regional große Unterschiede. Der Körnermaisanbau findet schwerpunktmäßig im Süden, z.B. am Rheingraben und in Niederbayern, sowie in der Region um Leipzig statt. Auch im Nordwesten liegt ein Schwerpunkt mit der Produktion von Feuchtmais bzw. CCM für die Veredlung. In den weiteren Teilen Deutschlands spielt der Körnermaisanbau meist nur eine untergeordnete Rolle.

Somit konzentriert sich der Anbau von Körnermais zur Zeit eher auf die wärmeren Lagen in Deutschland. Durch die hohen Wärmesummen an diesen Standorten besitzt der Körnermais hier eine sehr gute Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Kulturen. Allerdings kann der Körnermais auch in Regionen, in denen der Anbau noch nicht so verbreitet ist, eine ökonomisch und ackerbaulich sinnvolle Ergänzung der Fruchtfolge sein. Entscheidend dafür ist, ob zwischen Aussaat und Ernte eine ausreichende Wärmesumme für den Körnermaisanbau Ihrem Standort zur Verfügung steht. Unser Tool „Wärme-Summen Körnermais“ liefert Ihnen hierfür einen schnellen Überblick.

Sortenwahl im Körnermaisanbau

Die Wirtschaftlichkeit des Körnermaisanbaus ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Neben betriebsindividuellen und agronomischen Einflüssen spielt eine für den Standort passende Sorte eine wichtige Rolle. Für eine hohe Marktleistung sind dabei der Kornertrag und der Wassergehalt zur Ernte die entscheidenden Faktoren. In Deutschland stehen dem Körnermaisanbauer sowohl reine Zahnmaissorten (Dent-Sorten) als auch Mischtypen aus Hart- und Zahnmais (Dent x Flint-Sorten) zur Verfügung, die unterschiedliche Eigenschaften kennzeichnen.

Eigenschaften unterschiedlicher Körnermaishybriden

Dent x Dent-Sorten:

Die Vorteile von Dent x Dent-Sorten liegen in ihrem hohen Ertragspotenzial in Verbindung mit einem gutem Dry-down (schnellere Wasserabgabe aus dem Korn bei Kornfeuchten unter 30 %). Dadurch sind diese Sorten besonders gut für die klimatisch günstigen Lagen in Deutschland geeignet. Durch ihre schnellere Wasserabgabe können sie hier geringere Kornfeuchte und höhere Marktleistungen erreichen.

Dent x Flint-Sorten:

Diese zeichnen sich durch ein hohes Ertragspotenzial bei früher Reife aus. Zudem entwickeln sich diese Sorten in der Jugend oft zügiger als reine Dent-Sorten. Insbesondere in den Körnermaisanbaugebieten in Norddeutschland oder auf Standorten mit langsamer Bodenerwärmung im Frühjahr bieten diese Sorten Vorteile. Eine besondere Eignung besitzen sie zudem für die Griesindustrie.

Körnermais als Auflockerung für winterkulturbetonte Fruchtfolgen

In vielen Ackerbauregionen stoßen die typischen, winterkulturbetonten Fruchtfolgen zunehmend an ihre Grenzen. Durch Resistenzbildung bei Ungräsern wie z.B. Ackerfuchsschwanz oder Windhalm und den Wegfall von Wirkstoffen im Pflanzenschutzbereich rücken ackerbauliche Maßnahmen und Fruchtfolgegestaltung wieder stärker in den Vordergrund. Der Einbau von weiteren Sommerungen in die Fruchtfolge ist hier eine effektive Maßnahmen, um hier gegenzusteuern. Sommerung sind zwar ackerbauliche sinnvoll besitzen gegenüber den Winterungen oft aber nur eine geringe Wirtschaftlichkeit. Der Anbau von Körnermais kann an dieser Stelle eine interessante wirtschaftliche Alternative z.B. zum Stoppelweizen sein.

Im Folgenden finden Sie beispielhafte Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit von Körnermais in verschiedenen Ackerbauregionen anhand von LSV-Ergebnissen:

  • Wirtschaftlichkeit von Körnermais in Südniedersachsen

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  • Wirtschaftlichkeit von Körnermais in NRW

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