Blattkrankheiten in Zuckerrüben
Blattgesundheit ist ein zentraler Faktor für den erfolgreichen Zuckerrübenanbau. Achten Sie daher auf die regionalen Warnaufrufe und kontrollieren Sie Ihre Bestände entsprechend auf Cercospora und Ramularia, sowie auf Mehltau und Rost.
Blattgesundheit ist ein zentraler Faktor für den erfolgreichen Zuckerrübenanbau. Achten Sie daher auf die regionalen Warnaufrufe und kontrollieren Sie Ihre Bestände entsprechend auf Cercospora und Ramularia, sowie auf Mehltau und Rost.
Die erste Spritzung muss sitzen!
Die Behandlungswürdigkeit wird anhand der Anzahl der Blätter mit Blattflecken in der Stichprobe ermittelt. Der Zeitpunkt des ersten Fungizideinsatzes entscheidet über den Erfolg der Maßnahme. Daher sollte eine Behandlung zeitnah zum Infektionsbeginn erfolgen. Der Ertragsverlust kann bei unterlassener oder verspäteter Behandlung erheblich sein.
Bitte beachten Sie, dass aufgrund fortschreitender Resistenzen die Wirksamkeit von Strobilurinen in Cercospora nicht mehr vorhanden ist oder immer weiter abnimmt. Auch die Wirkung des Azolwirkstoffes Difenoconazol nimmt ab.
Um Resistenzbildungen vorzubeugen ist bei mehrfacher Fungizid-Behandlung unbedingt auf einen Wirkstoffwechsel zu achten. Überall dort, wo Strobilurine noch wirken, sollte die erste Behandlung mit einem strobilurinhaltigen Fungizid oder einer Mittelkombination begonnen werden. Bei Mehrfachbehandlung ist ein Wechsel der Azolgruppe zu beachten.
Wenn keine Strobilurine mehr wirken, sollten Spritzfolgen mit einem Wechsel der Azolgruppe, hier eignen sich auch Propulse und Panorama, eingesetzt und diese mit einem Kontaktfungizid kombiniert werden.
Cercospora Applikationsmanager
Digitale Entscheidungshilfe gegen Cercospora Befall
Der Cercospora Applikationsmanager hilft Ihnen dabei, den optimalen Zeitpunkt für die erste Fungizidmaßnahme zu bestimmen und damit den Wirkungsgrad und Nachhaltigkeit der Maßnahme zu verbessern. Ob und wann sich Cercospora beticola entwickelt, hängt maßgeblich von bestimmten Umweltbedingungen ab. Vor allem Temperatur und Luftfeuchtigkeit spielen eine zentrale Rolle für die Infektion und Ausbreitung des Pilzes. Auf Basis von schlagspezifischen Wetterdaten und dem Aussaatdatum errechnet ein Modell die Infektionswahrscheinlichkeit auf Ihrer Fläche und informiert Sie über E-Mail oder Push-Benachrichtigung auf dem Handy, wann die Infektionsbedingungen besonders günstig sind. Der Cercospora Applikationsmanager ist ein neues Tool in myKWS und steht Ihnen erstmals zur Cercospora Saison 2026 zur Verfügung.
Verwechslungsgefahr von Cercospora und Pseudomonas
Genau hinsehen lohnt sich!
Insbesondere zu Beginn des Befalls mit Blattkrankheiten sind Cercospora-Blattflecken (Cercospora beticola) mit den bakteriellen Blattflecken (Pseudomonas syringae) leicht zu verwechseln.
Bei genauer Betrachtung mit der Lupe zeigen sich jedoch nur bei den Cercospora-Blattflecken schwarze Punkte (Sporenträger). Bakterielle Blattflecken werden im Gegensatz zu den pilzlichen Blattkrankheiten nicht von den Fungiziden erfasst.
Unsere Praxisempfehlungungen für CR+ Sorten
Termingerechte erste Behandlung
Auch bei den CR+ Sorten ist unbedingt darauf zu achten, dass die erste Behandlung termingerecht erfolgt. Es gelten die bekannten Bekämpfungsschwellen (5/15/45). Die 5 % Schwelle wird in der Regel später erreicht als bei klassischen Sorten. Durch den verlangsamten Krankheitverlauf können je nach Befallsdruck Behandlungen eingespart werden.
Für eine nachhaltige Cercospora-Strategie sollte darauf geachtet werden, den Cercospora-Befall bis zur Ernte abzuwehren.